Kupala Fest und Sommersonnenwende: Die wahre Bedeutung dieser magischen Tage

Kupala Fest und Sommersonnenwende
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Im heutigen Beitrag erklären wir die Bedeutung von Kupala Fest und Sommersonnenwende, ihre Verbindung zueinander und warum diese Zeit als besonders kraftvoll gilt.

In der russischen Tradition wird die Sommersonnenwende als Kupala bezeichnet. Es ist eines der vier wichtigsten Jahreskreisfeste und eine besondere Zeit, die man möglichst bewusst und sinnvoll für sich nutzen sollte. Die russische Tradition orientiert sich in ihrem Kern an natürlichen und astronomischen Phänomenen, weshalb sich viele Zusammenhänge dadurch leicht und verständlich erklären lassen.

Die Sommersonnenwende ist ein astronomisches Ereignis, bei dem die Sonne ihre größte Kraft erreicht. Der Tag ist dann am längsten und die Nacht am kürzesten. Obwohl die Sonnenwende selbst einen genauen Zeitpunkt hat, werden die Jahreskreisfeste in der russischen Tradition drei Tage lang gefeiert. Jeder dieser Tage hat seine eigene Bedeutung und seinen eigenen Sinn.

So wird auch Kupala am 21., 22. und 23. Juni gefeiert. Diese Tage und Nächte gelten als magisch und sind von einer besonderen Kraft erfüllt.

Warum das Fest der Sommersonnenwende Kupala heißt

Kupalo ist der Name der Sommersonne. In der russischen Tradition trägt die Sonne je nach ihrer Jahresphase verschiedene Namen.

*Nicht zu verwechseln mit Iwan Kupala. Das Fest Iwan Kupala ist christlichen Ursprungs und wird am 7. Juli gefeiert.

Die Wintersonne heißt Koljada und wird zur Wintersonnenwende geboren. Zur Frühlings-Tagundnachtgleiche trägt die Sonne den Namen Jarilo. Zur Sommersonnenwende heißt sie Kupalo. Zur Herbst-Tagundnachtgleiche wird sie Chors genannt.

Dem Wort „Kupalo“ liegt die Rune Kupa zugrunde. Sie setzt sich aus den Runen Ud und Schtschur zusammen, die das männliche und das weibliche Prinzip verkörpern. Das Männliche ist Ausdruck des Elements Feuer. Das Weibliche ist Ausdruck des Elements Wasser. Kupa steht für die Vereinigung der Gegensätze – des Männlichen und des Weiblichen — des Feuers und des Wassers.

Entschlüsselt man das Wort Kupalo beziehungsweise Kupala, ergibt sich die Bedeutung eines lebendigen Samens, der aus dem Zusammenwirken von Mann und Frau, von Feuer und Wasser entsteht.

Oder, frei aus dem Russischen erklärt: das Ergebnis beziehungsweise das Produkt der Vereinigung von Mann und Frau. Deshalb wurden in der Tradition zur Kupala-Zeit Kinder gezeugt.

Die Bedeutung von Kupala Fest und Sommersonnenwende. Das Zusammenwirken von Wasser und Feuer

Kupala Fest und Sommersonnenwende

Im Jahreskreis gibt es zwei Feste, zu denen das Wasser durch die Verbindung mit der Sonne eine besondere heilende und magische Kraft erhält. Das erste ist das Fest Wodokres, das Ende Januar gefeiert wird. Das zweite ist das Fest der Sommersonnenwende – Kupala.

Nach den Vorstellungen unserer Vorfahren vereinen sich in dieser Zeit zwei gegensätzliche Elemente: Wasser und das Pravi-Feuer. Wenn sich diese beiden Kräfte harmonisch miteinander verbinden, geschieht etwas Wunderbares.

Tagsüber nimmt das Wasser die Kraft der Sonne auf. Deshalb ist es Brauch, nach Sonnenuntergang ins Wasser einzutauchen. Das Baden in fließendem Wasser soll in diesen Tagen nicht nur Körper, Seele und Geist reinigen, sondern sie auch mit der Kraft des Sonnenfeuers und des lebendigen Wassers erfüllen und Heilung bringen.

Jeder Tag wirkt dabei etwas anders: Die Nacht vom 21. auf den 22. Juni dient vor allem der Reinigung, die Nächte vom 22. auf den 23. und vom 23. auf den 24. Juni dienen zunehmend der Fülle und Stärkung. Nach der Tradition sollte man dabei vollständig, also auch mit dem Kopf, ins Wasser eintauchen.

Idealerweise handelt es sich um fließendes Wasser – einen Fluss oder das Meer. Falls nur ein See oder ein Teich zur Verfügung steht, empfiehlt es sich, einen Ort mit vielen Quellen und frischem Wasserzufluss zu wählen.

Wer keine Möglichkeit hat, in einem natürlichen Gewässer zu baden, kann Metallgefäße mit Wasser tagsüber in die Sonne stellen und sich am Abend mit diesem Wasser übergießen.

Die Bedeutung von Kupala Fest. Das Männliche und das Weibliche

Die Kupala Fest und Sommersonnenwende ist eine Zeit, in der Gegensätze ins Gleichgewicht kommen und sich miteinander vereinen.

So wie Wasser und Sonnenfeuer harmonisch miteinander verschmelzen können, so können auch Mann und Frau miteinander in Beziehung treten, sich verbinden und gemeinsam etwas erschaffen.

Deshalb offenbart sich die tiefere Bedeutung des Kupala-Festes vor allem im Zusammenspiel von Mann und Frau. Es geht um die Fähigkeit, miteinander in Einklang zu kommen, Gefühle zu zeigen, einander anzunehmen und mit Respekt zu begegnen.

Wenn jedoch in den Beziehungen zum anderen Geschlecht wenig Harmonie vorhanden ist, wenn Konflikte, unausgesprochene Erwartungen oder Missverständnisse bestehen, dann kann dieses Fest entweder eine Verbindung stärken, wenn sie auf Liebe gegründet ist, oder die Beteiligten in unterschiedliche Richtungen führen.

Zur Zeit der Sommersonnenwende unterstützen nach traditioneller Vorstellung die Kräfte des Universums dabei, eine Seele einzuladen und einem Kind den Weg in diese Welt zu eröffnen. Kinder, die zur Kupala-Zeit von Ehepartnern gezeugt werden, gelten als besonders kraftvoll. Ihnen wird nachgesagt, dass sie das Leben vieler Menschen und sogar die Welt insgesamt beeinflussen können.

Im alten Russ galt Kupala als Fest der Ehepaare. In dieser Zeit treten das göttliche Paar Lada und Svarog in seine volle Kraft und prägen bis zur Herbst-Tagundnachtgleiche die Prozesse des Lebens.

Svarog ist derjenige, der gemeinsam mit anderen Männern erschafft, gestaltet und Werke vollbringt.

Lada ist diejenige, die Harmonie in Beziehungen, in Werke, in die Atmosphäre und in alles bringt, womit sie in Berührung kommt.

Deshalb ist es für Männer in dieser Zeit besonders wichtig, sich über gemeinsame Vorhaben zu verständigen und gemeinsam mit anderen Männern und Frauen etwas Sinnvolles zu erschaffen. Für Frauen ist es wichtig, Harmonie zu schaffen, einvernehmlich zu handeln und etwas Schönes und Stimmiges in die Welt zu bringen.

Kupala-Kräuter

Kupala Fest und Sommersonnenwende

Es gibt Kräuter, denen gerade zur Kupala-Zeit eine besondere Kraft zugeschrieben wird. An erster Stelle stehen Dost (Oregano) und Johanniskraut. Wenn diese Pflanzen in deiner Region zu dieser Zeit blühen, lohnt es sich, sie zu sammeln. Schon für sich genommen gelten sie als kraftvolle Heilpflanzen. Zur Kupala-Zeit gesammelt, sollen sie ihre Wirkung besonders stark entfalten.

Neben Oregano und Johanniskraut werden auch der weiße Seerose, sowie andere Wasserpflanzen und Wasserblumen besondere Eigenschaften zugeschrieben.

Ebenso eignet sich diese Zeit zum Sammeln von Minze, Zitronenmelisse und anderen aromatischen Kräutern. Selbst Petersilie, die zu Kupala geerntet wird, soll besonders aromatisch sein und eine besondere Kraft besitzen.

Zu den bekanntesten Kupala-Traditionen gehört die Suche nach der Farnblüte. Nicht jeder kennt heute noch die ursprüngliche Legende, doch die Suche nach der geheimnisvollen Blüte gehört für viele Menschen weiterhin zum Fest dazu.

Wenn du dich auf die Suche nach der Farnblüte machst, mögen die Götter und Kräfte dir wohlgesonnen sein. Nach den Überlieferungen sind nächtliche Wanderungen im Wald und die Suche nach Kraftpflanzen wie der Farnblüte oder der Seerose mit besonderen Navi-Prüfungen verbunden.

Denn nicht nur Menschen streben nach dieser Kraft. Auch andere Wesen sollen danach suchen. Deshalb heißt es, dass man während einer solchen Suche sehr aufmerksam sein und alles wahrnehmen soll, was geschieht. Gleichzeitig raten die Überlieferungen davon ab, sich umzudrehen. Wer wissen möchte, warum, findet die Antwort in Mythen, Märchen und Legenden.

Dort wird beschrieben, wie Menschen durch Ängste geprüft werden. Dabei zeigt sich, wie entschlossen sie sind, ihren Weg weiterzugehen und die Kraft zu erlangen, nach der sie suchen. Jede Pflanze, die als Trägerin der Kupala-Kraft gilt und nachts gesammelt wird, soll dem Menschen eine besondere magische Kraft verleihen. Entsprechend den Kräften fallen auch die Prüfungen aus.

Selbst wenn man die Suche eher spielerisch angeht und statt einer echten Farnblüte nur ein kleines Licht im Wald findet, heißt es, dass man dennoch geprüft wird.

Zu den bekanntesten Traditionen von Kupala Fest und Sommersonnenwende gehören die nächtlichen Wanderungen im Wald und die Suche nach besonderen Kraftpflanzen.

Deshalb empfiehlt die Tradition, sich im Wald respektvoll zu verhalten: nicht laut zu sein, achtsam zu handeln und sowohl den Wald als auch die Geister des Ortes mit Respekt zu behandeln. Man soll den Wald respektvoll betreten, respektvoll verlassen und sich respektvoll gegenüber allem verhalten, was dort lebt.

Die Bedeutung von Kupala Fest. Tendenzen dieser Zeit

Kupalo steht nicht nur für die Beziehung zwischen Mann und Frau. Es geht auch um die Verbindung der Gegensätze im eigenen Inneren. Wie gut kann ein Mensch unterschiedliche Seiten in sich vereinen? Wie gut kann er mit anderen zusammenwirken, Vereinbarungen treffen und in Harmonie leben?

Wenn im Inneren kein Gleichgewicht herrscht, wenn viele innere Konflikte vorhanden sind und man nicht mit sich selbst ins Reine kommt, kann die Begegnung der Elemente zur Kupala-Zeit besonders intensiv erlebt werden.

Ein unausgeglichenes Feuerelement kann sich in Wut, Gereiztheit und Unzufriedenheit äußern. Ist hingegen das Wasserelement im Ungleichgewicht, können sich Traurigkeit, Selbstmitleid oder depressive Stimmungen verstärken. Besonders deutlich zeigen sich diese Tendenzen in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Deshalb empfiehlt die Tradition, die Festtage möglichst in harmonischen Beziehungen zu verbringen – nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit sich selbst. Versuche, dich nicht von Provokationen, Kränkungen, Vorwürfen oder unausgesprochenen Konflikten mitreißen zu lassen. Vermeide Streit, lasse aber gleichzeitig nicht zu, dass andere dich manipulieren. Wichtig ist, die Balance zu bewahren.

Wir leben in einer Zeit, in der es besonders wichtig ist, dem eigenen Lebensweg und der eigenen Bestimmung zu folgen. Die Kupala-Tage sollten deshalb nicht beliebig oder passiv verbracht werden, sondern bewusst in Richtung der eigenen Ziele, Aufgaben und Vorhaben. Stillstand gilt in dieser Zeit als wenig hilfreich.

Nach traditioneller Auffassung können die Kupala-Tage zu einem Wendepunkt werden. Wie man die Sommersonnenwende erlebt, beeinflusst die Ausrichtung und die innere Stimmung für die zweite Jahreshälfte. Deshalb lohnt es sich, diese Zeit möglichst im Einklang mit sich selbst und den Zyklen der Natur zu verbringen.

21. Juni – Eintritt in das Fest – Der Navi-Tag


Tag der Reinigung

Dieser Tag eignet sich besonders gut, um Veränderungen einzuleiten, Ballast loszulassen und sich von Dingen zu trennen, die nicht mehr gebraucht werden.

Es ist eine gute Zeit für Reinigungsrituale wie Kressenie. Traditionell wurden alte und unbrauchbare Gegenstände verbrannt, ebenso Kräuterbündel oder Besen, die seit der letzten Kupala-Feier aufbewahrt worden waren. Viele Menschen nutzten diesen Tag für eine gründliche Reinigung ihres Hauses, um Ordnung und Klarheit zu schaffen.

Am Abend nach Sonnenuntergang wurde ein besonderes Ritualfeuer entzündet. Um Ängste, Zweifel und innere Blockaden loszulassen, sprang man über das Feuer oder ging über die Glut.

22. Juni – Der Javi-Tag

An diesem Tag lohnt es sich, besonders aufmerksam für alles zu sein, was geschieht. Nach traditioneller Auffassung zeigt das Universum an diesem Tag sehr deutlich, wie es tatsächlich um die Beziehungen zum anderen Geschlecht steht, oder ob solche Beziehungen überhaupt vorhanden sind. Es ist eine gute Zeit, um darüber nachzudenken, welche Art von Beziehung man sich wünscht und welche Werte darin wichtig sind.

Dieser Tag eignet sich besonders für gemeinschaftliche Aktivitäten. Verbinde dich mit anderen Menschen und unternehmt gemeinsam etwas Sinnvolles. Tue etwas Gutes für deine Familie, für die Gemeinschaft, für die Natur oder für die Welt um dich herum. Je mehr Menschen sich in einem gemeinsamen positiven Vorhaben zusammenschließen, desto stärker soll dessen Wirkung sein.

23. Juni – Der Pravi-Tag

Ein Fest bedeutet jedoch nicht Faulenzen, Langeweile oder stundenlanges Sitzen vor Bildschirmen.

Ein Fest ist etwas, das Körper, Seele und Geist mit Licht erfüllt. Es ist das Erschaffen und Vermehren von Licht – in sich selbst und in der Welt.

Für jeden Menschen kann das etwas anderes bedeuten. Manche besuchen ein Fest oder ein Festival. Andere gestalten ihre eigene Feier. Wichtig ist, die Elemente des Kupala-Festes lebendig werden zu lassen: Spiele, gemeinsames Feiern, Lieder, Tänze, Reigentänze und Feuer. Der Tag soll Freude bringen und von Leichtigkeit, Musik und Gemeinschaft erfüllt sein.

Wenn du die Möglichkeit hast, an einem solchen Fest teilzunehmen, ist das wunderbar. Falls nicht, kannst du dir selbst einen besonderen Festtag gestalten. Ideal ist es, wenn Sonne und Wasser Teil dieses Tages sind. Und wenn du die Gelegenheit hast, Zeit in der Natur zu verbringen, dann nutze sie.

Fazit

Das Wichtigste in diesen Tagen ist nicht, welche Rituale du durchführst oder welchen Traditionen du folgst. Entscheidend ist deine innere Ausrichtung. Kupala Fest und Sommersonnenwende laden dazu ein, sich möglichst mit Licht zu erfüllen, harmonische Beziehungen aufzubauen und in Einklang mit sich selbst, anderen Menschen, der Natur und der Welt zu kommen.

Es ist eine gute Zeit, sich bewusst zu machen, wie man sich in diesem Jahr verwirklichen möchte. Welche Ziele möchtest du erreichen? Welche Aufgaben stehen vor dir? Und inwiefern entsprechen diese Ziele deinem Lebensweg und deiner Bestimmung? Formuliere für dich eine klare Absicht. Wenn deine Ziele mit deinem inneren Weg übereinstimmen, kann die Kraft der Kupala-Zeit dabei helfen, deinen Weg auszurichten und dich bei den nächsten Schritten zu unterstützen.

P.S.

Unter modernen Neoslawen gibt es die Tendenz, Kupala nicht zu den astronomischen Daten zu feiern, sondern an einem Wochenende, damit möglichst viele Menschen teilnehmen können.

Die Bedeutung der Jahreskreisfeste liegt jedoch gerade darin, dass sie mit natürlichen und astronomischen Ereignissen verbunden sind. Deshalb sollten sie zu dem Zeitpunkt gefeiert werden, an dem diese Ereignisse tatsächlich stattfinden – und nicht erst dann, wenn sie auf einen Samstag oder Sonntag fallen.

Gerade bei Kupala Fest und Sommersonnenwende spielt die Verbindung zu den tatsächlichen astronomischen Ereignissen eine zentrale Rolle.

Kupala am 25. Juni ist nach dieser Auffassung nicht mehr Kupala. Dann handelt es sich eher um ein Treffen, bei dem man gemeinsam feiert, tanzt und Reigen bildet. Wer das Kupala-Fest entsprechend der Tradition begehen möchte, feiert es vom 21. bis zum 23. Juni.

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